Podiumsdiskussion: Online-Flirts

20. Oktober 2013
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Heute durfte ich bei den femVital Mädchen- und Frauengesundheitstagen bei einer Podiumsdiskussion mitwirken, das Thema war

„Online-Flirts: Das Kennenlernen im Internet“

Mag.a Daniela Zimmer von der AK, Sabine und Herbert; Moderation Ricarda Reinisch

Im Jugendalter – und wahrscheinlich auch später – besteht die Rolle des Internets u.a. darin,  mit vorhandenen und neuen Kontakten in Verbindung zu bleiben bzw. zu kommen. Das Gefühl, den zukünftigen liebsten Menschen nicht nur im engen täglichen Bewegungsraum (Arbeit, Schule, Freundeskreis…)  sondern auch weit außerhalb dieses Aktionsradius‘ kennenlernen zu können, bewegt Partnersuchende dazu, sich auf Singlebörsen umzusehen. Und wenn alles so wie bei dem an der Diskussion mitwirkenden Pärchen läuft, nämlich optimal, hat man in wenigen Monaten seine Daten wieder aus der Dating-Plattform entfernt, weil das erträumte Gegenüber gefunden wurde. Wenn der Erfolg jedoch ausbleibt, sollte man a) die eigene Selbstdarstellung (Foto, Motto und was sonst so dazugehört) und b) die eigenen Erwartungen überprüfen.

Und weil mich jemand darauf angesprochen hat – zur Auswahl der Plattform sei angemerkt:

Die meisten sind vertragsrechtlich in Ordnung, das Kleingedruckte sollte man dennoch immer lesen, vor allem bei kostenpflichtigen Angeboten. Ob man allerdings den „psychologischen Tests“ trauen sollte, die versprechen, die zueinander Passenden zusammenzubringen, sei dahingestellt. Welche Theorie und welches Menschenbild hinter solchen Tests stecken – das wird selten erklärt. Dennoch begibt man sich durch das Akzeptieren solcher Nutzungsbedingungen in eine künstliche Atmosphäre, die an das Gewerbe von Kupplerinnen erinnert, von denen man in Dokumentationen aus vergangenen Zeiten oder weit entfernten Orten gehört haben mag. Vertrauensvoll beantwortet man Fragen nach Lieblingsspeisen und Reaktionsmustern, in der Hoffnung, so genau jenen Menschen zu treffen, der in dieser Sammlung von Eigenheiten tieferen Sinn verspürt. Aber ist alles so berechenbar? Kann man sich nicht auch in jemand völlig „Unpassenden“ verlieben? Jemand, der nicht gerne wandert, John Irving nicht kennt und nicht ansatzweise soviel verdient wie man selbst?

In diesem Sinne: Online-Partnerbörsen sollte man nicht mit Auktionsplattformen oder Online-Shops verwechseln. Auch wenn alle „versprochenen“ Eigenschaften zutreffen, muss sich das Gefühl noch lange nicht einstellen. Und umgekehrt!