Über diesen Blog

Der Blog beinhaltet Neuigkeiten und Forschungsergebnisse u.a. zu den Themen:

  • Psychologie & Soziales,
  • Social Media & Onlinekommunikation,
  • Persönlichkeitsentwicklung.

Gewalt in Paarbeziehungen ist in unserer Gesellschaft kein Kavaliersdelikt, denn Kontrolle und hartnäckige Verfolgung sind kein Liebesbeweis.

Wir wissen, dass Gewalterfahrungen tiefe seelische Narben hinterlassen, sowohl bei betroffenen Frauen als auch bei Kindern, die Gewalt miterleben. Dennoch fällt es vielen Opfern schwer, sich aus dem Teufelskreis von Gewalt und Wiederversöhnung zu lösen. Freunde und Angehörige sind oft überfordert mit der Situation und wenden sich hilflos ab. 

Veränderungen von Gewaltstrukturen in der Familie sind oft ein langwieriger Prozess, daher ist es wichtig, möglichst früh anzusetzen und Eskalationen zu verhindern.

Psychologische Arbeit besteht hier in der Unterstützung der Opfer und Angehörigen, sowie anderer Personen, die Ihre Hilfe anbieten wollen (PädagogInnen, ArbeitskollegInnen, FreundInnen…).

Auch mit Tätern kann psychologisch gearbeitet werden, z.B. im Rahmen von Anti-Aggresions-Trainings.

Gemeinhin wird angenommen, dass das eigene Zuhause der sicherste Ort ist – mitnichten: mehr als 50% aller Morde geschehen im Familien- und Bekanntenkreis, und die Opfer sind mehrheitlich Frauen und Kinder. Es handelt sich hier um häusliche bzw. Partnergewalt, in den Medien werden diese Verbrechen skandalisiert und als private „Beziehungstragödien“ oder „Familiendramen“ bezeichnet. Doch Gewalt im familiären Umfeld beginnt schon lange vorher, und sie wird durch bestimmte Bedingungen begünstigt. Viele Frauen erleben Gewalt durch den Partner als Teil ihres Alltags, zumeist unbemerkt von Angehörigen und dem Freundeskreis.

Körperliche Gewalt ist leicht als Gewalt zu erkennen und hinterläßt häufig sichtbare Spuren. Sie zeigt sich in Form von Schlägen, Tritten, Stößen, Festhalten oder Würgen.

Psychische Gewalt hingegen ist von außen weniger sichtbar und auch für die Opfer nicht immer als Gewalt deutlich: darunter fallen z.B. Isolation, Einschüchterung, Psychoterror, Kontrolle, Drohungen und Erniedrigung.

Aber auch Missbrauch von finanzieller Abhängigkeit und der Missbrauch der Verfügungsgewalt über finanzielle Mittel sind Formen von Gewalt.

Als Psychotrauma oder – kurz – Trauma bezeichnen wir eine  Erfahrung des hilf- und wehrlosen Ausgeliefertseins an eine  bedrohliche Situation oder die Willkür eines Gewalttäters und gleichzeitiges Erleben von Ohnmacht, diese Situation zu ändern. Oft geht damit ein Gedanke wie „ich bin verloren“ oder „es ist alles aus“ einher.
Ob ein Ereignis als traumatisierend erlebt wird, hängt unter anderem von der Schwere der Bedrohung bzw. Verletzung ab, dem Alter und Entwicklungsstand einer Person sowie ihren individuellen Bewältigungsstrategien.
Eine Traumafolgestörung (engl.: Posttraumatic Stress Disorder – PTSD) ist eine Stressverarbeitungsstörung, die Wochen bis sogar Jahre nach dem Trauma und seiner scheinbaren Bewältigung erstmalig wieder zu Symptomen führen kann. Diese sind z.B.

  • Eindringliche Erinnerungen an traumatische Situation mit Wiedererlebensqualität  (Vergangenes ist gegenwärtig), Albträume;
  • Vermeidungssymptome, d.h. sozialer Rückzug, Vermeidungsverhalten, das kann auch Suchtmittelmissbrauch bedeuten;
  • Zeichen von Dauerstress wie z.B. Schreckhaftigkeit, Zornausbrüche, Reizbarkeit…
Traumafolgestörungen erfordern eine gezielte Trauma-Behandlung, z.B. eine traumazentrierte klinisch-psychologische Behandlung.

Gesucht: Single, aufrichtig und treu

11. August 2013
Kommentare deaktiviert für Gesucht: Single, aufrichtig und treu

Viele alleinstehende Menschen sind auf der Suche nach einem aufrichtigen Partner. Er/sie soll „vor allem“ treu und ehrlich sein, und wenn man das hört, fragt man sich, wie oft jemand wohl schon betrogen und belogen worden ist, um als allererste und wichtigste Eigenschaften gerade diese zu nennen. Denn der Wunsch dahinter, das spürt man deutlich, ist: sowas soll sich nicht mehr wiederholen.

Wie findet man nun einen ehrlichen und aufrichtigen Menschen, woran erkannt man ihn? Natürlich sagen auch jene mit betrügersichen Absichten, sie seien ehrlich – und lügen dabei. Die wenigsten Menschen sind jedoch tatsächlich absichtlich unehrlich, und sehr selten gerät man an jemand, der oder die tatsächlich von Anfang an geplant hat, uns zu betrügen. Das sind dann strafbare Delikte, und kein Fall für die Psychologie, sondern für die Polizei und die Gerichte.

Unaufrichtigkeit beginnt im Alltag. Sie beginnt damit, dass ich zur Nachbarin sage „Heut bist aber wieder fesch!“ und mir in Wirklichkeit denke „Sie sollte sich nicht immer so auftakeln, das macht sie um Jahre älter“. Aber ist das wirklich eine Lüge oder einfach nachbarschaftlicher Umgang und Small Talk? Tatsächlich ist es in unserer Gesellschaft gang und gäbe, auch mal zu flunkern, um die gute Stimmung nicht zu stören, und einen leichten Umgangston, frei von Kritik oder Bösartigkeit, herzustellen und zu erhalten. Wo aber ist die Grenze zur Unaufrichtigkeit? Vielleicht beginnt diese nicht bei dem WAS man tut, sondern mit WEM.

Der besten Freundin gegenüber wird man vermutlich ehrlicher sein, und weiß auch, dass die Vertrauensbasis da ist, um anmerken zu können, dass es auch so etwas wie zuviel Makeup geben kann. Vertrauen und Ehrlichkeit hängen also zusammen, und sie sind Teil der Verbundenheit zu einem Menschen, die wir auch Intimität nennen. Nur wer fähig zur Initimität ist, kann auch ehrlich und treu sein.

Das heißt: will ich jemand kennenlernen, auf dessen Ehrlichkeit ich vertrauen kann, muss ich hinter die Small-Talk- und Höflichkeitsgrenze gelangen, und authentische, im besten Sinne „unhöfliche“ Inhalte zulassen können. Nähe wird dann möglich, wenn ich auch meine unperfekten Seiten zeigen kann und eigene Wünsche und Bedürfnisse wahrnehme.