Über diesen Blog

Der Blog beinhaltet Neuigkeiten und Forschungsergebnisse u.a. zu den Themen:

  • Psychologie & Soziales,
  • Social Media & Onlinekommunikation,
  • Persönlichkeitsentwicklung.

Für einen KURIER-Artikel wurde ich im Telefoninterview gefragt, was ich zu der neuen britischen Studie sage, die herausgefunden hat, dass Social Media möglicherweise die Sexualität in der Partnerschaft negativ beeinflusst.

Dazu vorweg: die zitierte Studie hat festgestellt, dass Paare vor 10 Jahren häufiger Sex hatten als heute. Sie sagt nicht, ob die sexuellen Begegnungen damals besser oder intensiver waren. Und sie sagt auch nicht, wodurch diese seit der Jahrtausendwende eingetretenen Veränderungen  bewirkt wurden – als eine der Möglichkeiten werden jedoch Social Media im Sinne von libidoschädlicher Schlafzimmerkost per Handy und Tablet thematisiert.

Man wollte nun von mir wissen, wie sich denn allgemein Social Media auf Paarbeziehungen auswirkt. Nun, genauso wie auf alle anderen Beziehungen: wenn es zur Vermeidungsstrategie wird, liegt was im Argen.

Podiumsdiskussion: Online-Flirts

20. Oktober 2013
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Heute durfte ich bei den femVital Mädchen- und Frauengesundheitstagen bei einer Podiumsdiskussion mitwirken, das Thema war

„Online-Flirts: Das Kennenlernen im Internet“

Mag.a Daniela Zimmer von der AK, Sabine und Herbert; Moderation Ricarda Reinisch

Im Jugendalter – und wahrscheinlich auch später – besteht die Rolle des Internets u.a. darin,  mit vorhandenen und neuen Kontakten in Verbindung zu bleiben bzw. zu kommen. Das Gefühl, den zukünftigen liebsten Menschen nicht nur im engen täglichen Bewegungsraum (Arbeit, Schule, Freundeskreis…)  sondern auch weit außerhalb dieses Aktionsradius‘ kennenlernen zu können, bewegt Partnersuchende dazu, sich auf Singlebörsen umzusehen. Und wenn alles so wie bei dem an der Diskussion mitwirkenden Pärchen läuft, nämlich optimal, hat man in wenigen Monaten seine Daten wieder aus der Dating-Plattform entfernt, weil das erträumte Gegenüber gefunden wurde. Wenn der Erfolg jedoch ausbleibt, sollte man a) die eigene Selbstdarstellung (Foto, Motto und was sonst so dazugehört) und b) die eigenen Erwartungen überprüfen.

Dieser Artikel beschreibt schön nachvollziehbar, warum es so wichtig für unsere Gehirnaktivität ist, in das – meist abschätzig verwendete – „Narrenkastl“ zu schauen, d.h. einfach mal gar nichts tun, aus dem Fenster schauen, vor sich hin täumen…

Das schaut zwar dann verdächtig nach Faulenzen aus, dahinter verbirgt sich aber eine wichtige Leistung unseres Gedächtnisses. Ständige Ablenkung durch Medien und Multitasking stehen dieser Funktion allerdings im Wege.

Zum Artikel: LizzyNet.de – Mach mal Pause!

Schokokekse, um Zeit miteinander zu verbringen, Bier, um Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu erleben – die Werbung spricht fundamentale menschliche Bedürfnisse an und gaukelt uns vor, dass diese mit dem Kauf bestimmter Produkte befriedigt werden können.

Doch leider – Gemeinschaft, freundschaftliche Beziehungen und Familienglück erreicht man nicht durch den Kauf von Produkten. Sondern vielleicht genau durch das Gegenteil: das Zulassen von Stille und unverplanter Zeit.

Um sich auf andere einzulassen, sie wahrzunehmen und ein gegenseitiges Verstehen zu erreichen, braucht es Zeit. Diese ist nicht immer, so wie uns Instagram und Facebook weismachen wollen, „endgeil“ und „awesome“, sondern manchmal einfach nur fad.

Aber so ist das Leben.

Und dann gibt es diesen Moment, in dem man den anderen plötzlich vollkommen versteht; oder das Lächeln sieht, das nur einmal im Jahr erscheint; oder einfach nur jemand sagt „schön, mit dir hier zu sein“. Oder gar nichts davon passiert, aber man ist trotzdem glücklich.

Weil Glück kein Preisschild hat. Und kein Ablaufdatum.

Ich halte am 5. und 6.11.2013 einen Kurs auf der Campus Wien Academy – interessant für SozialarbeiterInnen, LeiterInnen einer sozialwirtschaftlichen (Nonprofit) Organisation, InteressentInnen für Weiterbildung im Bereich der Sozialen Arbeit.

Dabei geht es um Chancen und Herausforderungen –
Chancen:
• Transparenz und Dialog
• Kollaboration und Aktualität
• Wissensmanagement
• Ressourcenaktivierung und Bewusstseinsbildung

Herausforderungen:
• Community Management
• Rechtliche Aspekte
• Beteiligung (Digital Divide)

Mehr Infos: Campus Wien Academy

Privatsphäre ist nicht nur etwas, das Leute beanspruchen, die etwas verbergen wollen, und es ist nichts, auf das man verzichten kann, wenn man nichts angestellt hat:

„Der Schutz der Privatsphäre stellt einen Wert an sich dar und ist ein verfassungsmäßig zugesichertes Recht – das heißt, es gibt bestimmte Dinge im Leben, die andere einfach nichts anzugehen haben“

heißt es in der neuen Broschüre der Arbeiterkammer (Link unten).

Dabei gibt es zweierlei zu beachten: die von mir vorgenommenen Einstellungen, die bestimmen, wer von den anderen NutzerInnen welche meiner Informationen sehen darf. Darüberhinaus ist es aber auch immer fraglich, was die Plattform selbst mit meinen Daten anstellt, wie diese vor Hacker-Angriffen geschützt sind und ob sie vielleicht weiterverkauft werden. Da sich kaum jemand die kleingedruckten Nutzungsbedingungen genau durchliest, gibt es darüber oft Unklarheiten.

Im Zweifelsfall daher lieber nur solche Informationen einstellen, die man ohnehin auch veröffentlichen würde.

Broschüre: Soziale Netzwerke im Internet | AK Wien.

Gewalt in Paarbeziehungen ist in unserer Gesellschaft kein Kavaliersdelikt, denn Kontrolle und hartnäckige Verfolgung sind kein Liebesbeweis.

Wir wissen, dass Gewalterfahrungen tiefe seelische Narben hinterlassen, sowohl bei betroffenen Frauen als auch bei Kindern, die Gewalt miterleben. Dennoch fällt es vielen Opfern schwer, sich aus dem Teufelskreis von Gewalt und Wiederversöhnung zu lösen. Freunde und Angehörige sind oft überfordert mit der Situation und wenden sich hilflos ab. 

Veränderungen von Gewaltstrukturen in der Familie sind oft ein langwieriger Prozess, daher ist es wichtig, möglichst früh anzusetzen und Eskalationen zu verhindern.

Psychologische Arbeit besteht hier in der Unterstützung der Opfer und Angehörigen, sowie anderer Personen, die Ihre Hilfe anbieten wollen (PädagogInnen, ArbeitskollegInnen, FreundInnen…).

Auch mit Tätern kann psychologisch gearbeitet werden, z.B. im Rahmen von Anti-Aggresions-Trainings.

Gemeinhin wird angenommen, dass das eigene Zuhause der sicherste Ort ist – mitnichten: mehr als 50% aller Morde geschehen im Familien- und Bekanntenkreis, und die Opfer sind mehrheitlich Frauen und Kinder. Es handelt sich hier um häusliche bzw. Partnergewalt, in den Medien werden diese Verbrechen skandalisiert und als private „Beziehungstragödien“ oder „Familiendramen“ bezeichnet. Doch Gewalt im familiären Umfeld beginnt schon lange vorher, und sie wird durch bestimmte Bedingungen begünstigt. Viele Frauen erleben Gewalt durch den Partner als Teil ihres Alltags, zumeist unbemerkt von Angehörigen und dem Freundeskreis.

Körperliche Gewalt ist leicht als Gewalt zu erkennen und hinterläßt häufig sichtbare Spuren. Sie zeigt sich in Form von Schlägen, Tritten, Stößen, Festhalten oder Würgen.

Psychische Gewalt hingegen ist von außen weniger sichtbar und auch für die Opfer nicht immer als Gewalt deutlich: darunter fallen z.B. Isolation, Einschüchterung, Psychoterror, Kontrolle, Drohungen und Erniedrigung.

Aber auch Missbrauch von finanzieller Abhängigkeit und der Missbrauch der Verfügungsgewalt über finanzielle Mittel sind Formen von Gewalt.

Als Psychotrauma oder – kurz – Trauma bezeichnen wir eine  Erfahrung des hilf- und wehrlosen Ausgeliefertseins an eine  bedrohliche Situation oder die Willkür eines Gewalttäters und gleichzeitiges Erleben von Ohnmacht, diese Situation zu ändern. Oft geht damit ein Gedanke wie „ich bin verloren“ oder „es ist alles aus“ einher.
Ob ein Ereignis als traumatisierend erlebt wird, hängt unter anderem von der Schwere der Bedrohung bzw. Verletzung ab, dem Alter und Entwicklungsstand einer Person sowie ihren individuellen Bewältigungsstrategien.
Eine Traumafolgestörung (engl.: Posttraumatic Stress Disorder – PTSD) ist eine Stressverarbeitungsstörung, die Wochen bis sogar Jahre nach dem Trauma und seiner scheinbaren Bewältigung erstmalig wieder zu Symptomen führen kann. Diese sind z.B.

  • Eindringliche Erinnerungen an traumatische Situation mit Wiedererlebensqualität  (Vergangenes ist gegenwärtig), Albträume;
  • Vermeidungssymptome, d.h. sozialer Rückzug, Vermeidungsverhalten, das kann auch Suchtmittelmissbrauch bedeuten;
  • Zeichen von Dauerstress wie z.B. Schreckhaftigkeit, Zornausbrüche, Reizbarkeit…
Traumafolgestörungen erfordern eine gezielte Trauma-Behandlung, z.B. eine traumazentrierte klinisch-psychologische Behandlung.